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Vortrag von Adolf Pfeiffer vom Regionalbildungswerk Koblenz

Veranstaltung des SKFM Betreuungsvereines für den Landkreis Südwestpfalz,
20.10.97, Pfarrsaal St. Pirmin, Klosterstraße, Pirmasens

Validation - die Begleitung altersverwirrter Menschen zufriedener gestalten

Ein Seminarabend zum besseren Verständnis altersverwirrter Menschen! Sicher kein Zufall, daß der Sozialdienst Kath. Frauen und Männer (SKFM) zu diesem Thema eingeladen hat. Wer weiß als Betreuer/-in oder pflegende Angehörige nicht ein Lied davon zu singen über die Barrieren beim Umgang mit Menschen, deren Denken nicht mehr als real zu bezeichnen ist? Der Referent, Herr Adolf Pfeiffer, studierter Theologe und Sozialarbeiter, der lange Zeit auch in der Altenpflegeausbildung tätig war, weiß, was sich hinter solcher Pflege verbergen kann und weist darauf hin, daß es nicht einfach wird, in nur zwei Stunden dieses umfangreiche Thema zu umreißen. Seine Grundinformationen zu validierendem Arbeiten mit verwirrten alten Menschen: Wert schätzen statt widersprechen (Akzeptanz), begleitend mit einfühlendem Verstehen zur Seite stehen (Empathie) und spürbar ehrlich, also echt in seinen Gefühlen bleiben (Kongruenz).

Diese drei Grundhaltungen bei der Begleitung alter Menschen sind wichtig, ebenso wie das Wissen um deren Grundbedürfnisse. Bedürfnisse, die eigentlich jeder für sich in Anspruch nimmt: Anerkennung und Zugehörigkeit, Sicherheit und das Recht, seine Gefühle auch äußern zu können und nicht alles wortlos über sich ergehen lassen. Nicht jedes Verhalten im hohen Alter ist auf anatomische Veränderungen im Gehirn zurückzuführen. Es kann ebensogut das Ergebnis einer Kombination körperlicher, sozialer und psychischer Veränderungen sein, die im Laufe eines Lebens stattgefunden haben. Es kann aber auch mit der im Alter zugenommenen Weisheit zusammenhängen. Oftmals ist es auch ein Schutzschild gegen das Erschrecken über die eigene unglückliche Orientiertheit. Es kann ebensogut mit der Aufarbeitung der im Laufe eines langen Lebens durchlebten Dinge zusammenhängen, die zu den Notwendigkeiten eines abschließenden Lebens gehört. Dabei sind drei verschiedene Stadien der Verwirrtheit zu beobachten: eine unglückliche Orientierung, die sich meist in Beschuldigungen oder Lamentieren Luft macht oder eine Zeitverwirrtheit, in dem sich der Betroffene in eine für ihn glücklichere oder wichtigere Zeit flüchtet sowie eine Unrast, die sich in ständig wiederholende Bewegungen flüchtet, deren Sinn Außenstehenden verborgen bleibt.

Welche Ziele in solchen Situationen verfolgt die validierende Arbeit? Naomi Feil hat dies in ihrem ersten Buch „Validation, ein Weg, die Begleitung eines altersverwirrten Menschen zufrieden zu gestalten" mit folgender Zielsetzung erklärt: das Selbstwertgefühl des alten Menschen wieder herstellen, Streß abbauen (das gilt für Pflegende und für Gepflegte), ein gelebtes Leben rechtfertigen, Konflikte aus der Vergangenheit lösen helfen, Verbesserung der Kommunikation der Beteiligten (die Körpersprache mit einbezogen) und die Reduzierung der Anwendung von Zwangsmitteln.

Wenn der Begleitende den Sinn erkannt hat, warum ein bestimmtes Verhalten für den Betroffenen selbst so wichtig ist, fällt es ihm als Außenstehenden auch leichter, mit der Gesamtsituation umzugehen bzw. fertig zu werden. - Alles keine weltbewegenden Neuigkeiten, aber eben auf den Punkt gebracht, verbunden mit der Aussicht, daß validierendes Arbeiten erlernbar ist - somit wäre die Gesamtsituation für Pflegende und Patienten lebenswerter und zufriedenstellender.

Naomi Feil sagt: „Jeder Mensch ist wertvoll - wie desorientiert er auch sein mag."

Adolf Pfeiffer, der Referent dieses Abends kann sicher sein, daß seine Ausführungen vor den über 150 interessierten Zuhörern auf keinen steinigen Acker gefallen sind. Ein Dank an die Veranstalter, die hoffen, daß diesem Seminarabend weitere folgen könnten. Für viele pflegende Angehörige zu Hause und in den Gesprächskreisen ein hoffnungsvoller Ausblick.

Für weitere Informationen können Sie sich an die Geschäftsstelle des SKFM vom Betreuungsverein des Landkreises Südwestpfalz wenden. Telefonisch erreichbar unter 06331/43755, Ansprechpartner: Herr Karn.

Bericht: Erika Neuber, Pimasens

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